Der Verein
– Unser Konzept: Sanierung und neue Nutzung der Alten Synagoge Einbeck –
Ausgangslage
In der Baustraße 15 a in Einbeck steht die alte Synagoge. Errichtet wurde sie im Jahr 1800 im Stil einer schlichten Landsynagoge in typischer Hinterhoflage. Ihre Entwidmung 1896 nach Errichtung eines prächtigen Neubaus an der Bismarckstraße und der Verkauf in Privathand ließen ihren Ursprung in Vergessenheit geraten und verschonten das Gebäude von der Zerstörung 1938. Erst 1993 wurde sie wieder entdeckt und unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahr 2004 gründeten engagierte Bürger den Förderverein Alte Synagoge in Einbeck e.V. und erwarben das Gebäude, um es zu erhalten und mit angemessener öffentlicher Nutzung neu zu beleben.
Die alte Synagoge befindet sich in einem eng bebauten Quartier der Südstadt. Der Zugang erfolgt über eine gemeinsame Zufahrt mit dem Vorderhaus-Grundstück.
Grundkonzept für das Bauvorhaben
Das Gebäude wurde in den letzten hundert Jahren durch Umbauten für Wohnzwecke stark verändert. Der Förderverein möchte es zurück bauen, um die alte, städtebaulich besondere Gestalt wieder sichtbar werden zu lassen. Sie ist äußerlich gekennzeichnet durch hohe Fenster. Im Inneren soll die ursprüngliche Raumkonzeption, ein einziger hoher, lichtdurchfluteter Raum (ca. 80 qm), wieder hergestellt werden. Ergänzend soll eine Empore an der Westwand (analog zur ehemals vorhandenen Frauenempore) wieder eingebaut werden. Dazu ist es notwendig, die Innenwände und Einbauten im Erdgeschoss und das obere, sekundär eingezogene Stockwerk zu entfernen und den Dachstuhl wieder auf die ursprüngliche Höhe herunter zu setzen. Alle Versorgungsräume für die Nutzung sowie die gesamte Haustechnik können im zur Synagoge gehörigen Nebengebäude untergebracht werden.
Die denkmalrechtliche Genehmigung für den geplanten Rückbau liegt vor.
Nutzungskonzept
Durch den Rückbau und die äußerliche Erkennbarkeit des besonderen Baukörpers wird die ehemalige jüdische Tradition der Stadt wieder ins Bewusstsein der Einbecker Bevölkerung gerückt. Damit wird eines der in der Satzung verankerten zentralen Ziele des Fördervereins erfüllt. Im Inneren soll zusätzlich dauerhaft auf die Funktion und Bedeutung des Gebäudes sowie auf Aspekte der jüdischen Geschichte Einbecks hingewiesen werden.
Geplant ist für die Zukunft eine breit gefächerte öffentliche Nutzung. Das Gebäude eignet sich sowohl für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und kleine Feiern und Gedenkveranstaltungen, aber auch als Bürgertreffpunkt in der Einbecker Südstadt (Quartiere Hägerstraße/Hägermauer und Baustraße/Waisengasse/Sonnenhaken/Backofenstraße). Dort wird es mittelfristig keinen öffentlich nutzbaren Raum mehr für die Anwohner geben, da für das Gemeindehaus St. Jacobi am Neustädter Kirchplatz eine veränderte Nutzung vorgesehen ist.